28. Mai 2015

Wandertour in den Nord-Vogesen

Das verlängerte Wochenende an Pfingsten haben wir für eine gemeinsame Wandertour mit unseren Kindern und einem Freund in den Nord-Vogesen genutzt.
Von Saint-Jean-Saverne ging es vorbei an beeindruckenden Sandsteinfelsen und den Felsenwohnungen von Graufthal meist durch ausgedehnte Wälder nach La Petit-Pierre (Lützelstein).
Den Rückweg tags darauf über die Hunebourg bei Dossenheim-sur-Zinsel, die Ruine Wartenberg und den Mont St. Michel prägten die schönen Ausblicke über die Rheinebene.
Auch aus faunistischer Sicht hatte die Tour einiges Spektakuläres zu bieten.

Am Fuß der Felsen bei Saint-Jean fanden wir im Sand Trichter von Ameisenlöwen und konnten die Tiere bei der Jagd nach Ameisen beobachten.
Frisch geschlüpfte Maikäfer umschwärmten uns unterwegs so zahlreich, wie ich es nie zuvor beobachtet habe, und der Waldweg war gesäumt mit ihren tot am Boden liegenden Artgenossen.
Den scharfen Augen meiner Kinder entging auch das Weibchen eines Glühwürmchens nicht, das auf dem Waldweg zwischen den alten Blättern eigentlich nicht weiter auffiel.
Zwei leuchtend-rote Pappel-Blattkäfer erzeugten den Effekt einer optischen Täuschung.
Verschiedene Sandlaufkäfer begleiteten uns mit ihren Sprungflügen, später fanden wir noch eine hornissengroße tote Keulhorn-Blattwespe am Boden.
Noch beeindruckender war allerdings das Hischkäfer-Männchen, das wir morgens im Mischwald am Wegrand entdeckten.
Da waren sie also wieder gefragt, die Arten-Kenntnisse aus meinem Studium, die ich als Betreuer von zoologischen Exkursionen und Bestimmungskursen am Fachbereich Biologie in Göttingen vertiefen konnte. Eine „brotlose Kunst“, die im Zuge der Neuausrichtung des Studiums auf Bachelor- und Master-Abschlüsse an vielen Unis nicht mehr gelehrt wird. Selbst ausgedehnte Touren werden durch solche Entdeckungen für meine Kinder zum abwechslungsreichen Outdoor-Event. Allein das Tempo leidet – aber das kann man ja einkalkulieren.