Vom Rückgang der Insekten ist derzeit viel die Rede. Als Verursacher werden zu Recht Insektizide und Herbizide wie Glyphosat genannt, die von den Landwirten und Weinbauern zum Schutz ihrer Nutzpflanzen eingesetzt werden. Leider gerät infolge der Fokussierung auf die Landwirtschaft aus den Blick, dass sich auch im Siedlungsbereich gravierende Veränderungen vollziehen, die ebenfalls zur Verarmung der Insektenfauna beitragen. Massive moderne Gebäude ersetzen alte Häuser, die im Mauer- und Fachwerk, in den Lehmwänden und den Holzverschalungen Platz für Nester boten. Die Hausgärten sind als Folge hoher Grundstückspreise immer kleiner und bieten weniger Platz für eine vielfältige Bepflanzung. Generell geht der Trend zur pflegeleichten Bepflanzung mit Rasen und einigen immergrünen Sträuchern, mancher Zeitgenosse verwandelt seinen Vorgarten gar in ein Steinwüste. Für die allermeisten Insekten ist da kein Auskommen.
Das ist schade. Schließlich kann hier jeder von uns direkt etwas dafür tun, dass Insekten und damit auch insektenfressende Vögel einen Platz zum Leben finden. Wer beispielsweise etwas Zeit und Aufwand darin investiert, einen Teil seines Rasens in eine naturnahe Wiese zu verwandeln, wie wir das vor einiger Zeit getan haben, der wird reich beschenkt: Er tauscht monotones Grün gegen Blütenvielfalt, bekommt die Wechselspiele der Pflanzen und Tiere im Jahreslauf frei Haus dazu, und wird auf dieser Miniaturbühne immer wieder Neues und Faszinierendes entdecken. Die Diashow Unser Rasen wird zu Tummelwiese zeigt das eindrucksvoll.
Unser Fazit nach vier Jahren: der Aufwand zur Umwandlung ist überschaubar. Auf lange Sicht spart man definitiv Zeit und Geld – die Wiese wird nur zweimal im Jahr gemäht und nicht gewässert. Mein Tipp: Achten Sie auf eine naturnahe Saatmischung, die nicht zu viele Schmetterlingsblütler und möglichst keine Saatluzerne (Medicago sativa) enthält.
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14. August 2018
24. September 2017
Heimliche Untermieter: Bienen und Wespen als Gebäudebesiedler
20 Jahre Diplomarbeit
Rund ein Jahr untersuchte ich die Besiedlung der dort ausgestellten historischen Gebäude durch Wildbienen und Wespen. Viele Arten dieser Tiergruppe, die man auch als Stechimmen bezeichnet, bauen ihre Nester in Hohlräume in Lehmwänden, Totholz und Pflanzenhalmen, ein Materialmix, wie er für traditionelle Bauernhäuser mit Lehmfachwerk und Reetdach typisch ist. Sollte ein Museum, in dem solche Häuser zusammengetragen und erhalten werden, ein "Hotspot" für diese heimlichen Untermieter sein? Bei der Auswertung meiner Befunde griff ich auch auf naturkundliche Berichte aus dem 19. Jahrhundert zurück.
4. September 2016
Isodontia mexicana: eine amerikanische Grabwespenart in Wiesloch
Ende September 2015 beobachtete ich eine schwarze
Wespe mit gestieltem Hinterleib an unserem Balkongeländer. Es
handelte sich unverkennbar um einen große Grabwespe, die ich nicht kannte.
Nach einigen Beobachtungen stellte sich heraus, dass das Tier im inneren
Hohlraum des Geländers ein Nest anlegte, das es mit Heuschrecken
verproviantierte. Zwei gelähmte Exemplare der Südlichen Eichenschrecke
waren offensichtlich zu groß für die Bohrung gewesen. Sie blieben über
Tage im Wasserablauf des Balkons direkt unter dem Nesteingang liegen. Leider gelang es mir nicht, die Wespe selbst zu
fotografieren.
Um welche Art handelte es sich nun? Das Studium meines
Grabwespen-Bestimmungsbuchs (Rolf Witt: Wespen beobachten, bestimmen,
Naturbuch Verlag 1998) brachte keine Klärung. Das
Fahndungsraster (große, schwarze, hypogäisch nistende, Heuschrecken
eintragende Grabwespenart mit gestieltem Abdomen, noch spät im Jahr aktiv)
lief erstaunlicherweise ins Leere. Warum?
Eine Google-Abfrage brachte die Lösung: Weil diese Art zum Zeitpunkt
der Erstellung des Buchs in Mitteleuropa noch nicht beobachtet worden
war. Es handelte sich eindeutig um ein Weibchen des Stahlblauen
Grillenjägers (Isodontia mexicana, Saussure 1867), eine Art, die 1997
in Tübingen erstmals in Deutschland entdeckt wurde.
28. Mai 2015
Wandertour in den Nord-Vogesen
Das verlängerte Wochenende an Pfingsten haben wir für eine gemeinsame Wandertour mit unseren Kindern und einem Freund in den Nord-Vogesen genutzt.
Von Saint-Jean-Saverne ging es vorbei an beeindruckenden Sandsteinfelsen und den Felsenwohnungen von Graufthal meist durch ausgedehnte Wälder nach La Petit-Pierre (Lützelstein).
Den Rückweg tags darauf über die Hunebourg bei Dossenheim-sur-Zinsel, die Ruine Wartenberg und den Mont St. Michel prägten die schönen Ausblicke über die Rheinebene.
Auch aus faunistischer Sicht hatte die Tour einiges Spektakuläres zu bieten.
Von Saint-Jean-Saverne ging es vorbei an beeindruckenden Sandsteinfelsen und den Felsenwohnungen von Graufthal meist durch ausgedehnte Wälder nach La Petit-Pierre (Lützelstein).
20. April 2014
Raupenmassenauftreten im Dämmelwald bei Wiesloch
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| Raupe des Großen Frostspanners (Erannis defoliaria) |
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