9. September 2015
Warum mein Ex-Chef gern an GG zurückdenkt
Als ich 2001 beim Berliner Schulbuchverlag Cornelsen meinen Job als Kreationer antrat, bekam ich am ersten Tag ein Token. Überraschenderweise wurde mir „GG“ als Kürzel zugewiesen, nicht „GLJ“ oder eine andere Drei-Zeichen-Kombination wie sonst üblich. Gut , dachte ich, das erspart mir vielleicht den einen oder anderen Hinweis darauf, dass mein Name nicht mit „ck“ geschrieben wird.
Inzwischen bin ich schon vier Jahre nicht mehr bei Cornelsen. Neulich schickte mir mein Ex-Chef das Foto eines Graffitis mit meinem Token. Offensichtlich hat er mich noch in guter Erinnerung.
Auch ich denke gern an die Jahre in der Werbeabteilung in Berlin-Wilmersdorf. Hier lernte ich die hohen Qualitätsstandards eines Schulbuchverlags und die Vorzüge eines stringenten Corporate Designs kennen. Und ich fand ich neben dem Alltagsgeschäft – der Werbung für Biologie-, Chemie- und Physik-Schulbücher – Freiräume, mich als Grafik-Designer weiterzuentwickeln. Dem Verlag bescherte das kreativ gestaltete Prospekte, Flyer und Poster mit professionellen Grafiken und Bildmontagen. Mein Team profitierte davon, weil sich die von mir optimierten InDesign- und Photoshop-Templates effizient anwenden ließen.
Meine eigenständige Arbeitsweise beeindruckte offensichtlich. Ich wurde für ein zweijähriges Förderprogramm für Führungsnachwuchs ausgewählt. In Wochenend-Seminaren beschäftigte ich mich mit den Grundlagen des Projektmanagements, der Rolle einer Führungskraft, Werkzeugen der Mitarbeiterführung, dem Arbeiten mit Zielen und weiteren für Führungspersonal wichtigen Themen. Programmbegleitend erstellte ich zusammen mit anderen Teilnehmern eine Marktstudie für eine „Webbasierte Lernhilfe für Studierende“.
Unser Umzug in den Rhein-Neckar-Raum hat meinem Berufsweg eine andere Richtung gegeben. Doch die Erfahrungen aus dem Programm begleiten mich weiter. Das „GG“ übrigens auch.
